Abgesoffen

Alles was noch mit der G650X - Serie zu tun hat.
Antworten
Benutzeravatar
Fuzzy
Beiträge: 508
Registriert: 02.12.2009, 17:26
Motorrad: u.A. XCountry
Wohnort: Stuttgart

Abgesoffen

Beitrag von Fuzzy » 14.11.2020, 11:05

2014 hatte ich ja schon das Bild gepostet.
00.abgesoffen.JPG
Nun ist mir beim Dateiordner auf dem PC noch die damals von Michel l'Allemand geschriebene Geschichte dazu auf den Schirm gekommen. Um Euch die Coronazeit zu erleichtern, dachte ich ich stell die hier mal rein.

Abgesoffen im Massif Central.


Scouten, also im Vorfeld unserer geführten Motorradtouren neue geeignete Schotterwege zu suchen und zukünftige Routen festzulegen, gehörte zu meinen Aufgaben. Am Morgen verabschiedete ich mich im Hotel in Le Ceylard von Schätzle, die ihrerseits mit ihrem kleinen 200 cm3-Motorrad separat in die Berge aufbrach. Auf einer alten Bahntrasse, die seit vielen Jahren bereits ihrer Schienen beraubt war, schraubte ich mich über alte Viadukte und durch dunkle, tropfende Tunnels auf einsamer Spur hoch nach Saint Agrève. Nach dem herben Städtchen bog ich bei dem Ort mit dem beeindruckenden Namen „Pisse-Chien“ – zu Deutsch „Hundepisse“ links ab. Dem hiesigen Jakobsweg folgend, teils auf Schotter, teils auf kleinsten Asphaltsträßchen durchquerte ich die jetzt offene Hochebene. Bei bestem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel offerierte mir die Natur satte Wiesen und kleine Waldstücke und einen herrlichen Weitblick auf den Quellberg der Loire, den Gerbier de Jonq, und den Mont Mézenc. Hinter dem Weiler Hugons führte der Weg in einer Kurve leicht bergab und gab einen fantastischen Blick auf die großen Getreidefelder frei, durchzogen von eben diesem, mit Feldsteinmauern links und rechts begrenzten Weg. Idylle pur.

So rolle ich, die Natur geradezu aufsaugend, Richtung Fay-sur-Lignon! Die Bauern nutzen augenscheinlich das ideale Wetter und ziehen mit ihren Traktoren fleißig ihre Bahnen Irgendwann passiert dieser schöne Weg einen Waldrand. Am ersten Baum hängt ein großes selbstgemaltes Schild: „4x4 interdit“, also für Allradfahrzeuge verboten. Gut, ich sitze ja auf einem Motorrad. Dreihundert Meter weiter wird der Grund des Schildes sichtbar: Über sechzig Meter lang besteht der Weg nur aus einer grundlos tiefen, jeepbreiten Schlammrinne. Die links stehenden dichten Bäume des Waldes und rechts die Feldsteinmauern und ein Weidezaun lassen ein Ausweichen nicht zu. So beeindruckend diese ewig lange Schlammkuhle auch ist, ich kenne sie vom letzten Jahr. Damals hatte ich sie in einem Zug ohne große Probleme durchquert. Also todesmutig am Kabel gezogen und rein!

Zweiter Gang, eine gesunde Portion Gas, in den Rasten stehend und die Hand an der Kupplung. Nach den ersten Metern – oh Gott, die braune Brühe wird immer tiefer; schon geht sie mir bis zu den Knien. Der Grund ist extrem rutschig. Es gibt nur eine Chance hier unter Umständen heil raus zu kommen: Den Schwung und eine gewisse gesunde Geschwindigkeit zu halten. Leicht gesagt. Gegenüber dem letzten Jahr ist die Passage wesentlich tiefer. Vermutlich ausgefahren und durchwühlt von den großen Allradtraktoren. Das Salz in der Suppe sind die in halber Tiefe in der Schlammbrühe querverlaufenden Wurzeln. So katapultiert es das Motorrad immer wieder beim Auftreffen auf so ein Hindernis nach oben. Trotzdem - Schwung halten!! Mon Dieu, immer tiefer wird die Suhle. Hoffentlich bleiben die Zündkerzenstecker dicht. Zur Sicherheit erhöhe ich die Motordrehzahl und gleiche das mit etwas schleifender Kupplung aus. Umdrehen? Keine Change! Das Vorderrad sehe ich schon lange nicht mehr. Vierzig Meter sind schon geschafft. Dann, nochmal bäumt sich das Motorrad an einer Wurzel auf und steigt halb aus den Fluten, um danach endgültig tief in die Schlammbrühe einzutauchen. Nun steckt es bombenfest im Schlick. Kein Rad dreht sich mehr. Der Motor spotzt noch vor sich hin. Ich drehe am Gas, die Aussetzer bleiben. Dann geht er endgültig aus. Ruhe. Nur noch das Platschen der vom Rand zurücklaufenden Bugwelle ist zu hören. Adrenalin habe ich jetzt für ein ganzes Jahr ausgeschüttet!

Durchatmen, sammeln, überlegen. Zirka zehn Meter trennen mich noch vom Ende der Rinne. Der Anlasser dreht – der Motor springt nicht mehr an. Schieben geht nicht. Das Motorrad steht wie einbetoniert. Einen Ständer brauche ich nicht! Also steige ich ab und wate an den Rand. Helm runter, Rucksack weg, Jacke aus, überlegen.

Wie auf Kommando kommen jetzt die Kühe der angrenzenden Weide an den Zaum beim Wasserloch und starrten mich und mein zweirädriges U-Boot an. So einen Idioten wie mich haben sie vermutlich hier noch nicht gesehen. Es ist wie bei versteckter Kamera. Was bin ich froh, dass sich Kühe vor Lachen nicht auf die Schenkel klatschen können.

Ohne Jacke und Nierengurt wate ich zurück zum Motorrad. Der Anlasser macht nur noch leise „klick“. Wasser in der Elektrik? Zwischen Vorder- und Hinterrad verläuft quer, zirka 30 Zentimeter über Grund, eine freigespülte dicke Baumwurzel, auf der das Motorrad mit der Motorschutzplatte hängt. Das war also der Grund meines Bocksprungs. Andererseits, so ist jetzt wenigstens das Auspuffende noch über Wasser. Was tun?

Zurück am Ufer leere ich zunächst mal meine gefluteten Stiefel aus. Dann entscheide ich mich zuerst mein Vesper, ein paar „Gendarmes“, in etwa zu vergleichen mit den schwäbischen „Landjägern“, zu essen. Wer weiß, wie lange eine Bergungsaktion dauern würde. Beim Kauen beschließe ich nach Hugons zurück zu laufen. Zweieinhalb - drei Kilometer würden es schon sein. Also hänge ich Jacke und Helm an einen Baum, Handschuhe und Nierengurt legte ich darunter. Die Wasserflasche kommt in den Rucksack und dann los. Die nassen Motorradstiefel quietschen bei jedem Schritt. Während ich so vor mich hinlaufe, muss ich schmunzeln. Mir fällt nämlich ein, dass ich im letzten Jahr extra „langes Schlammloch – nicht zum Durchfahren“ auf der Landkarte vermerkt hatte. Gut, sage ich mir, das war ein Hinweis, nicht mit meinen Tourteilnehmern durchzufahren. Für mich den „Superhelden“ galt das natürlich nicht… Mann, wie doof kann man sein. Ich rufe Schätzle an, sie wird selbst irgendwo am Fahren sein und so muss ich ihr auf die Mailbox sprechen. Nun weiß sie wenigstens mal in welche Richtung sie schon mal fahren muss um mich zu holen – wenn sie die Mailbox abhört…

Hugons ist erreicht. Am ersten der paar Bauernhöfe, er liegt etwas abseits der anderen, treffe ich einen gnomhaften Alten an. Er hantiert in der offenen Scheune rum. Ich erkläre ihm mein Malheur und er scheint wenig erstaunt zu sein. Sich am Ohr kratzend sagt er „Bon, ich helfe Ihnen gerne, aber ich habe keinen Traktor mehr und wenn ich Ihnen helfe, werden Ihnen die anderen in unserem Hamau, unserem Weiler, nicht helfen wollen!“ Meine Frage warum das so ist, beantwortet er klassisch mit „das ist eine lange Geschichte…“ Wir vereinbaren, dass ich auf dem nächsten Hof frage und dann ggfs. zurückkomme um ihn zu holen.

Als ich in den Hof des zweiten Anwesens hineingehe, werde ich fast von 2 Hofhunden zerfleischt. Die Bestien sind nicht angeleint. Hier kommt ja nie jemand vorbei. Ich trete die Flucht nach vorne an und gebe ihnen, so selbstsicher wie ich kann, den Befehl abzuhauen. Allein – die Hunde sind nicht beeindruckt von meinem „vas te coucher!!“ und springen schon an mir hoch. In dem Moment öffnet sich die Tür vom Haus und die Bäuerin rettet mir mit einem Pfiff das Leben. Die Hunde ziehen sich zurück, nicht ohne weiter nach mir zu bellen. Ich habe den Eindruck sie sind beleidigt, dass man sie um ihr Mittagessen gebracht hat. Ich trage mein Anliegen vor und die Bäuerin gibt sich, nachdem sie meine Geschichte fast nicht glauben kann, sehr freundlich. Sie würde ja gerne helfen, aber Ihr Mann ist mit dem Traktor auf dem Feld. Hauptsaison. Er käme erst am Abend zurück. Ich würde bei den anderen Höfen sicherlich auch nicht mehr Glück haben. Merci. >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>weiter Teil 2

Benutzeravatar
Fuzzy
Beiträge: 508
Registriert: 02.12.2009, 17:26
Motorrad: u.A. XCountry
Wohnort: Stuttgart

Re: Abgesoffen Teil 2

Beitrag von Fuzzy » 14.11.2020, 11:07

Teil 2

Den dritten Hof lasse ich auf der Seite liegen. Am Eingang stehen Schilder die auf Öko, Bio und die grüne Partei Cohn-Bendit‘s hinweisen. Es ist irgendwie auch kein richtiger Bauernhof. Ich mutmaße, dass Alternative-Okö-Aussteiger sicher nicht begeistert sind, dass ich hier mit dem Motorrad auf den alten Wegen rumfahre. Allerdings – bei Hof vier und fünf ist die Situation gleich wie auf dem Hundehof. Die Männer sind auf den Feldern. Die Frau des letzten Hofes gibt mir jedoch noch den Tipp, es mal beim Ökohof gegenüber zu probieren. Der Mann hätte lange in Paris gearbeitet und sei erst vor Kurzem als Rentner zurück gekommen. Bon, dann probiere ich es eben auch dort mal.

Der kleine Hof des Écologiste ist durch einen Holzzaun von der Straße abgetrennt und am Tor gibt es eine Klingel. Das ist es, was ihn von den anderen Bauernhöfen unterscheidet. Auf mein Klingeln zeigt sich am hinteren Ende des Hofes, in der Ecke, eine Frau mit Kochschürze um. „Oui?“ fragt sie recht freundlich. Ich schreie mein Anliegen quer über den Hof. Sie dreht sich um und erzählt alles durch die offene Verandatür ihrem Mann. „Ah, das ist ein Problem. Ich helfe ihm sehr gerne“. Ihr Mann kommt fast freudig aus dem Haus. „Kommen Sie rein. Wir essen erst fertig!“ Die Frau lächelt mich an und sagt nur „Allez, kommen Sie rein.“

Innen ist das Haus eine echte Überraschung. Außen kann man es derb, grobschlächtig, rauh bezeichnen. Eben wie die Häuser auf dieser herben Hochebene meist sind. Innen hingegen gibt es eine Art freistehendes Fachwerk, das auf verschiedenen versetzten Ebenen die Küche mit Essbereich, Wohnzimmer und einen Kinderspielbereich offen zueinander trägt. Die Holzbalken und Böden sind aus hellem, freundlichem Holz. Ein großer Ofen dominiert die Mitte. Alles sehr gemütlich

„Haben Sie schon was gegessen?“ Ich erzähle von meinen Gendarmen. „Ach was, ein bisschen können Sie schon noch mitessen“ sagt Madame und weist mir einen Platz gegenüber den Kindern zu. Es gibt Crique, die Antwort aus dem Massif Central auf Schweizer Rösti, mit einer cremigen Pilzsoße. Als Nachtisch muss ich noch ein Stück tarte aux myrtilles, einen Heidelbeerkuchen essen. Natürlich von Madame selbst gemacht.

Der Mann erzählt mir, dass er viele Jahre in Paris gearbeitet habe und nun seit er mit fünfundfünfzig Jahren (das ist eben Frankreich), pensioniert wurde, zurück in seinen Heimatweiler zog. „Aber hier ist es ihm nun immer so langweilig“, fügt Madame hinzu. Vermutlich deshalb gibt er nach dem Café freudig: „alors, on attaque“ – sinngemäß: fangen wir an – von sich und springt vom Tisch auf. „Endlich ist mal was los!“ Beim Rausgehen reicht er mir die Hand und sagt „Daniel“. Ich antworte „Michel, angenehm.“

In einem alten Nebengebäude steht ein alter, roter Traktor. Vorglühen ist angesagt, dann startet das Ding mit einer beeindruckenden Rußwolke. Tuck…tuck…tuck. „Er läuft tatsächlich“ ruft mir Daniel beim Rückwärtsfahren zu. Noch einmal geht er zurück in das Gebäude und kommt mit einem immens dicken Knäuel von Tau zurück. „das können wir sicher brauchen. Alors steig‘ auf“. Und schon tuckern wir zum Hoftor hinaus. Als wir am letzten Hof des Weilers vorbei kommen wartet dort schon der Gnom, der helfen wollte. Ich sage, „den nehmen wir mit, er will mir auch helfen.“ Daniel geht vom Gas. „Was, der? Das kommt nicht in Frage. Entweder er oder ich!“ Der Traktor rollt im Schritttempo und der Gnom weiß nicht so recht was er machen soll. Er macht Anstalten hinten auf die Ackerschiene zu steigen. „Non – pas toi!“ Nein – nicht Du! ruft der bisher so freundliche, ausgeglichene Daniel mit hochrotem Kopf. Der Gnom lässt von seinem Vorhaben ab. Daniel gibt den Traktor wieder die Sporen. Ein enttäuscht dreinblickender Gnom bleibt zurück. Ich beginne ein „aber…“ Da fällt mir Daniel ins Wort „Das ist eine Lange Geschichte…!“ Stimmt, das hatte ich vom Gnom schon gehört.

Aus dem Weiler raus und durch die schöne Kurve mit Ausblick auf den Wiesenweg. Mit dem alten Trecker schaukeln wir von Stein zu Stein und von Loch zu Loch. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ein moderner Traktor hier gar nicht durch die alten engen Feldbegrenzungsmauern gepasst hätte. Ob der geringen Geschwindigkeit kommt es mir ewig bis zur Schlammpassage vor. Zeit, uns gegenseitig unser bisheriges Leben zu erzählen. Dann ist irgendwann das Schlammloch erreicht. Daniel hält an um die Lage zu sondieren. Hauptproblem: Wir stehen zirka vierzig-fünfzig Meter hinter dem Motorrad am Eingang des langen Lochs. Um es herauszuziehen müssten wir aber vor dem Motorrad stehen. Vom Motorrad aus sind es vielleicht noch zehn Meter ans rettende Ufer. Daniel kratzt sich am Kinn und sagt „zurück und von der anderen Seite kommen, wäre ein Umweg, der mehr als eine Stunde dauert. Also, wir fahren mit dem Traktor auch durch den Schlamm. Das Motorrad steht auf der rechten Seite des Morastes, da passen wir links vorbei“. Ich glaube das nicht, aber jetzt ist schon alles egal. Daniel bekommt kleine stechende Wolfsaugen und gibt Gas. Ich halte mich auf dem Sitz, der auf dem linken Kotflügel thront fest. Mit ordentlicher Bugwelle legen wir die ersten Meter zurück. Das Geläuf wird tiefer und tiefer. Der Traktor schwänzelt und schlittert im Schlamm hin und her. Allrad hat das alte Ding natürlich nicht. Also agiert Daniel nach dem Motto – lieber das Leben verlieren als Schwung! Einige der unter der Brühe liegenden Querwurzeln lassen auch den Traktor sich aufbäumen. Wir rutschen auf das Motorrad zu…Im letzen Moment bekommen die Vorderräder wieder Gripp und es treibt uns nach links, knapp am Motorrad vorbei. Die großen Treckerhinterräder sind am durchdrehen. Mit letztem Schwung erreichen wir das rettende Ufer. Uff, das war knapp! „Nochmal kommen wir hier nicht durch. Das war Glück!“ sagt Daniel.

„Klick“ ist alles was das Motorrad bei einem erneuten Startversuch macht. Vom Traktor trieft die braune Brühe. Daniel drückt mir das Ende des langen Taus in die Hand. „Am Motorrad festmachen!“ Ich wate zum Motorrad. Er zieht anschließend das Seil straff und fixiert es an der Ackerschiene des Treckers. Jetzt wird es spannend, denke ich mir. Neben dem Motorrad stehend, den Lenker fest in dem Händen, gebe ich ihm das Okay und er zieht langsam an. Mit einem Ruck steigt das Hinterrad des Motorrades über die ursächliche Querwurzel halb aus der Brühe um dann gemächlich am Seil hängend Richtung Festland zu rollen. Uff, das wäre geschafft. Aber wie bekommen wir das Motorrad jetzt wieder zur Zivilisation? Stundenlang auf groben Wegen so abschleppen macht keinen Sinn. In der Ackerschiene des alten Traktors steckt eine Art trapezförmige Palette samt einem Stück Kantholz. Gemeinsam schieben wir das Motorrad diagonal auf diese stabile Holzplattform. Das Motorrad ist zu lang! Unter den Motorblock legen wir das Kantholz und neigen die hydraulische Ackerschiene mit der Holzplattform hydraulisch schräg nach oben. So wird das Motorrad, das hinten hinaus steht über das Kantholz angehoben und ist frei. Wackelig – aber es geht. Ich stehe neben ihm und halte es fest. Meine kompletten Motorradklamottenhabe ich schon angezogen, den Helm und den Rucksack habe ich auf und los geht’s. Wir fahren den Weg weiter und entfernen uns so immer weiter von Hugons Das ist die einzige Möglichkeit. Es dauert gefühlt ewig, bis wir bei Les Vastres Asphalt erreichen. Die vier Kilometer außen herum auf der Straße nutzt Daniel, mir einen Vortag über Le Fin Gras du Mézenc zu halten, eine nur hier in der Gegend gehaltenen, ursprungsgeschützten Rinderrasse. Er schwärmt vom saftigen, marmorierten Fleisch der mit 24 bis 30 Monaten geschlachteten Rinder. Ich lerne, dass sie in ihrem letzten Winter noch eine besondere Mästung mit Heu aus dem Massif Central erfahren, um dann geschlachtet zu werden. Entsprechend gäbe es dieses hervorragende Fleisch nur saisonal von Februar bis Juni. Ich bekomme Hunger…

Am Hof eingetroffen wartet schon Schätzle auf mich. Sie ist gekommen um mich abzuholen und mich zum Hotel zu bringen. Leider war Sie heute mit ihrem kleinsten Motorrad, einem 200 cm3 Maschinchen unterwegs. Ohne Fußrasten hinten, nicht gerade geeignet zu zweit zu fahren. Aber was anderes gibt es jetzt nicht. Ich frage Daniel, was ich bezahlen muss, oder sonst Gutes für ihn tun kann. Er lehnt entrüstet ab. Das sei doch normal. Und überhaupt, jetzt wäre endlich mal was los gewesen. Dann zieht er einen Schlauch aus dem Schuppen und beginnt, mein Motorrad von Schlamm zu befreien. Der Kerl ist unglaublich.

Als mein Motorrad schlussendlich im Schuppen steht, verabschieden wir uns aufs Herzlichste. Ich setze mich hinter den Lenker der kleinen Beta 200, Schätzle hinter mich. Mangels Fußrasten hinten, stellt sie Füße auf die Fahrerfußrasten. Ich setze meine Füße auf ihre Stiefel. Und so fahren wir zur Belustigung von Daniel Richtung unserem Hotel in le Cheylard los. Dem befreundeten Eigentümerpaar vom Hotel haben wir am Abend viel zu erzählen. Hervé der Patron gibt uns daraufhin einen Pastis aus. Santé.

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem PKW und Anhänger nach Hugons zurück, um das havarierte Motorrad zu holen. Unterwegs halten wir am Weingeschäft vom St Agrève und kaufen drei sehr gute Flaschen Wein für Daniel. Irgendwie müssen wir uns doch erkenntlich zeigen. Als wir ihm diese beim Abholen übergeben, hebt er eine Augenbraue und kündigt uns fast die Freundschaft. Die Hilfe wäre selbstverständlich gewesen. Erst nach langem Hin und Her und meinem Argument, er könne sie ja zusammen mit seiner Frau bei einem gemütlich Abendessen trinken, nimmt er den Wein schließlich mit einem „Bon“ -an. Im Nachhinein fällt mir ein, ich hätte anders argumentieren müssen und ihm die drei Flaschen gegen das Erzählen der „langen Geschichte“ zwischen dem Dorf und dem Gnom anbieten müssen. Interessiert hätte die mich schon! :wink:

xix
Beiträge: 100
Registriert: 05.02.2017, 11:22
Motorrad: xcountry gelb

Re: Abgesoffen

Beitrag von xix » 14.11.2020, 11:30

Hallo Michel,

super Geschichte mit HappyEnd :D und toll erzählt :!: Solche Erlebnisse vergisst man nie mehr.

Darf ich deinen Threaed nutzen und ein ähnliches Erlebnis schildern?

Grüße

xix

Benutzeravatar
Fuzzy
Beiträge: 508
Registriert: 02.12.2009, 17:26
Motorrad: u.A. XCountry
Wohnort: Stuttgart

Re: Abgesoffen

Beitrag von Fuzzy » 14.11.2020, 13:05

Ja klar. Könnte interessant werden
Fuzzy

xirado
Beiträge: 160
Registriert: 03.01.2010, 13:57
Motorrad: G650X Challenge
Wohnort: Herdecke

Re: Abgesoffen

Beitrag von xirado » 15.11.2020, 09:17

Hallo Fuzzy,
schöne Geschichte, die mir meine Erfahrung bestätigt, egal wo man auf der Welt ein Problem bekommt, die Menschen helfen einem, wenn sie können. Aber wie hast du den Bock denn wieder trocken bekommen?
Gruss xirado

Benutzeravatar
treelo
Beiträge: 1106
Registriert: 14.08.2011, 23:48
Motorrad: Dual XCh/Mo+07'XCo

Re: Abgesoffen

Beitrag von treelo » 15.11.2020, 13:40

Schöne Geschichte, toll erzählt.
Das bleibt einem für lange Zeit in Erinnerung.

Grüße Stephan
Es war einmal: Solo Minibike, TS50ER, DR500S, CX500C, XT550, XS650C, XT250, SR500, XT600Ténéré, DR650R
Aktuell: XCh ABS + 07'XCo + (Dorsoduro 900)...old man's FoxO-Gen.

xix
Beiträge: 100
Registriert: 05.02.2017, 11:22
Motorrad: xcountry gelb

Re: Abgesoffen

Beitrag von xix » 16.11.2020, 15:41

Im Sommer 2018, an einem Samstag im Juli, fuhr ich in Island auf der F910 Richtung Askja. Unterwegs besuchte ich noch einen traumhaft schönen und einsam gelegenen Hotpot
20180721_085719.jpg
Island ist kalt und so ein Bad zum Aufwärmen. Herrlich. Ich bin frühmorgens gegen 8 Uhr angekommen und war völlig alleine dort.

Nach dem wohltuenden Bad sollten es zurück zur F910 nur ein paar hundert Meter sein. Der schnellere und kürzere Weg zur Askja sei jedoch gleich hier rechts entlang, so das Navi.

Ein folgenreicher Irrtum.

Schon die 910 und der Weg zum Hotpot sind für mein Können keine leicht Kost, aber der Weg nach rechts!! „Schwitz“!!! Auf dem ersten Kilometer waren da noch Reifenspuren im Lavasand-geröll erkennbar und es kann ja nur besser werden, dachte ich. Bald komme ich auf die 910, so meine Hoffnung. Da vorne geht’s den Hang hoch. Nicht sehr lange aber steil und sehr ausgewaschen. Zurück fahren? Nein, rückwärts fahren wir nicht. Das geht gegen die Ehre und es kann sowieso nicht mehr weit sein. Also auf die Rasten, zweiter Gang und die Finger an die Kupplung. Los geht’s und rauf gewühlt. Hat geklappt, aber runter komme ich da nicht mehr ohne abzurödeln.
Oben waren fast gar keine Reifenspuren mehr zu sehen. Kein Wunder, denn diesen Hang rauf kommen nur noch die
20180720_040304.jpg
Das Navi zeigte unbeirrt Richtung Norden weiter. Und dann irgendwann nach links, also Westen. In der Richtung die das Navi anzeigt, sehe ich überhaupt keinen Weg! Ah, da stecken alle hundert Meter so kleine gelbe Fähnchen im Sand. Prima, das ist die Piste.
20180722_063242.jpg

Nun gings mehrere Kilometer so weiter. Geht zügig und easy zu fahren.

Eine Trinkpause auf der Strecke bescherte mir einen ganz besonderen Eindruck. Als ich anhielt, den Motor abstellte und den Helm abnahm, überkam mich ganz unvermittelt ein Gefühl der Bedrohung oder Gefahr. Meine Nackenhaare stellten sich auf. Was ist da, dachte ich und sah mich um. Weit und breit nichts als schwarzer Lavasand. Nicht einmal mehr die kleinen, verdorrten Grasbüschel gabs da. Keine Vögel, keine Tiere am Boden, kein Windgeräusch, kein Flugzeug am Himmel. Nichts! Plötzlich wurde mir klar, was mich so beunruhigte. Es war die absolute Stille dort. Nichts kann hier überleben. Zuerst klickte noch vereinzelt der Motor und der Auspuff und dann hörte ich gar nichts mehr. Zuletzt nimmst du dein eigenes Atmen und deinen Herzschlag wahr. Alles Bedrohliche, weil so ungewohnte, war längst einem unbeschreiblichen Glücks- und Freiheitsgefühl gewichen. Nie werde ich diese Momente vergessen.

Mittlerweile stand die Sonne schon hoch, also weiter. Wieder ein paar Kilometer später ging es jäh runter in eine Schwemmebene. Unten angekommen waren wieder mehr Reifenspuren zu entdecken. Kurze Zeit und ein paar Wasserdurchfahrten später kam ich an eine große Furt. An die Furt meines Schreckens. Anhalten und Schauen wo die Durchfahrt am Günstigsten ist. Wo das Wasser schnell fließt und lange Wellen sind, da ist es tief. Bei den kurzen Wellen, da musst du durch. Die Furt ist lang, aber auf der anderen Seite linker Hand sind Reifenspuren zu erkennen. Die sind jedoch schon eine gute Strecke versetzt zu meinem Ausgangspunkt. Egal, hier sind Reifenspuren und drüben auch, also gibt’s einen Weg. Hätte ich die Strecke mal besser abgelaufen.
Drauf aufs Moped und los wie schon zigmal zuvor. Übermut tut selten gut, hat meine Oma schon immer gesagt.
Das Wasser reicht anfangs grad so über die Vorderradnabe und ist klar. Ich sehe die Steine am Grund. No problem. Blick voraus aufs Ziel und immer schön am Gas bleiben, dann geht es schon. Nun wird es immer tiefer und die Steine werden immer gröber. Die Bugwelle wird breiter und das Wasser geht schon bis zum Schnabel. Nur noch 15 Meter ans rettende Ufer. Das Vorderrad schlägt jetzt wild hin und her. Unvermittelt gerate ich seitwärts in eine Fahrrinne die wohl so einer dieser Monstertrucks da reingewühlt hat. Ich brauche jetzt die Füße zum Abstützen, sonst kippe ich. Das Moped rutscht vollends in die Rinne und das Wasser schwappt nun über den Sitz. Ich gebe Vollgas, die Gelbe macht einen Satz vorwärts und gräbt sich in der Rinne voran. Ich spüre Wasser überall. In den Stiefeln, in der Hose, in den Handschuhen und in den Jackenärmeln.Die Bugwelle ist so hoch wie der Lenker. Ich weiß das nun schon Wasser im Luftfilterkasten ist und prompt fängt der Motor zu husten an. Der Auspuff ist auch unter Wasser. Das Ufer ist fast erreicht. Nur noch wenige Meter. Mit.den letzten Umdrehungen komme ich zumindest aus dem tiefen Wasser raus. Dann stirbt der Motor ab.

Mit Abrödeln und viel Zerren brachte ich das Moped noch an die Wasserlinie aber nicht aus dem Flussbett heraus. Trotz des eiskalten Wassers war ich durchgeschwitzt aber froh, mein Moped nicht im tiefen Wasser versenkt zu haben, Dort hätte ich Sie nicht alleine bergen können.

Erst mal Atem holen und überlegen, wie es weiter geht. Die nassen Klamotten runter und trockene Kleidung anziehen. Vielleicht läuft sie ja doch noch? Der Anlasser dreht, aber aus dem Auspuff spritzt Wasser und sie springt nicht an. Das macht keinen Sinn. Wenn Wasser im Luftfilter und im Brennraum ist, mache ich mir womöglich den Motor kaputt. Deshalb baue ich den Auspuff ab und den Luftfilter aus und trockne alles so gut wie möglich. Dann starte ich den Motor ohne die Teile um erst mal zu sehen, ob er anspringt. Doch leider alles vergebens, sie springt nicht mehr an. Für den Ausbau der Zündkerzen fehlt mir das Werkzeug.

Jetzt Handy raus. Verflixt, kein Netz, obwohl Island über ein super beispielhaft ausgebautes Handynetz verfügt. Hilft nix. Hier warten ob jemand kommt kann Tage dauern und wenn sich das Wetter verschlechtert, wirds brenzlig für das Moped. Es blieb nur ein Fussmarsch. Ich speicherte die Koordinaten meines Standorts, verstaute meine Ausrüstung unter dem Groundsheet meines Zeltes und machte mich nur mit dem Nötigsten auf den Weg. In der Aufregung habe ich vergessen, Bilder zu knipsen. Schade.

Ich kam mir richtig blöd vor und ärgerte mich über mich selbst, weil ich so leichtsinnig in diese Furt gefahren war. Unzählige Wasserdurchfahrten zuvor auf der Reise hatte ich nie größere Probleme und das hat zum Übermut geführt.

Grad 500 m nach Beginn meines Fußmarsches kam schon die nächste Furt. Was jetzt? Die Lufttemperatur lag bei etwa 12 Grad und die Wassertemperatur noch weit darunter, Es sieht mich ja keiner, also untenrum nackt ausgezogen und durch. Drüben zitternd wieder anziehen und weiter. Dreimal ging das so, bis ich endlich nach 4,6 km an der 910 ankam. Dort hatte ich wieder Netz. Inzwischen war es fast Mittag und ich rief den ADAC um Hilfe an. Ich erzählte meine Geschichte und gab die Koordinaten des Mopeds durch. Ich sagte weiter, die Bergung wäre nur mit einem Allradfahrzeug möglich. Laut ADAC sollte ich dort in der Pampa auf Hilfe warten. Der Frau hab ich deshalb nochmal höflich erklärt, daß ich, wie eben erzählt, gar nicht mehr am Moped bin und es wenig Sinn macht 4,6 km entfernt vom Moped zu warten. Ich sagte, ich halte das nächste, vorbeikommende Fahrzeug an und bitte die Leute, mich mitzunehmen. Ich rufe wieder an, wenn ich ein Gasthaus o.ä. gefunden habe. Der ADAC solle inzwischen alles für die Bergung in die Wege leiten. So sind wir verblieben.

Kaum war das Gespräch beendet, hörte ich schon Motorengeräusche. Kurz darauf kam ein älteres Paar mit einem Pajero vorbei. Die glotzten erst ziemlich iritiert, wie da Einer ohne sichtbares Gefährt und ohne Ausrüstung in diese Einöde gelangen kann. So erzählte ich von meinem Malheur und die beiden freundlichen Leute nahmen mich zur nächsten Siedlung, Sköldulfsstadir, in 46 km Entfernung mit. Es gab dort zufällig auch ein kleines Hotel und die hatten auch noch ein Zimmer frei. Welch ein Glück! Ich bin ein Glückskind.

Nun meldete ich dem ADAC meine Ankunft und wartete auf den Rückruf des Pannendienstes. Es kann wohl etwas dauern, sagte der ADAC. Zwei Stunden später rief ich wieder an und eine andere Mitarbeiterin meinte, sie würde nochmal alles neu bearbeiten und ich erhielte bald Nachricht.
Jammern hilft nichts, also wieder warten. Eine Stunde später, so gegen 16 Uhr rief ich leicht genervt zum dritten Mal an. Wenigstens einen Rückruf, vom Pannendienst hatte ich schon erwartet. Es war Samstag und die Zeit wurde knapp. Eine Furt in Island am Vormittag und trockenem Wetter kann nachmittags zum unüberwindlichen, reißenden Fluss werden, wenn es regnet oder taut oder Beides. Mein liebes, gutes, treues Pferd stand ja mit den Hufen noch im Wasser!
Der ADAC wollte „nachhaken“ und mich wieder auf einen Rückruf des Pannendienstes warten lassen. Keinesfalls, sagte ich und bestand auf sofortige Überprüfung aller Fakten. Ich blieb in der Leitung. Die Mitarbeiterin beim ersten Anruf hatte versehentlich falsche Koordinaten an den Pannendienst weitergegeben. Demnach befände ich mich irgendwo in Norwegen. Der Pannendienst dort könne mich nicht erreichen. Das war eine "Ausrede" denn meine Handynummer war angegeben und die funktioniert in Norwegen so gut wie in Island. Der ADAC meinte, nun sei es zu spät für dieses Wochenende. Die Bergung würde erst am Montag möglich sein. Jedoch würde mich noch heute der Pannendienst anrufen und den Ablauf mit mir vereinbaren.
Da stand ich nun. Nur die Sachen, die ich vom Moped mitgenommen habe, dabei. Meine gesamte Ausrüstung und das Moped im Nirgendwo............

xix
Beiträge: 100
Registriert: 05.02.2017, 11:22
Motorrad: xcountry gelb

Re: Abgesoffen

Beitrag von xix » 16.11.2020, 15:44

Eine Angestellte des Hotels hatte meine Misere mitbekommen. Sie meinte, sie kenne einen Bauern aus der Gegend hier, der mir vielleicht helfen könne. Danke, klar, sagte ich und so kam ich zu Sköldulf. Ja, der hieß genau wie der Ort an dem ich gestrandet war. Er kam mit seinem Landcruiser. Seine Frau saß auf dem Beifahrersitz. Er, ein etwa 30-jähriger, echter Wikinger neben dem ich mir wie ein Zwerg vorkam. Gut, ich bin auch nur 1,80 m klein. Sie, eher klein und von kräftiger Statur. Sie stammt aus Reykjavik.
Ich erklärte ihm auf der Karte und am Navi wo mein Moped steht und er wusste auch gleich, wo das ist. So fuhren wir bei ihm zuhause vorbei, nahmen noch den Schafsanhänger und Gurte mit, dann gings los. Den 25 kmh Hänger ohne Zulassung hintendran fuhr der die Schotterpisten in einer irren Geschwindigkeit entlang. Nebenbei redeten wir über Land und Leute und was er so macht. Er ist, wie sein Vater und sein Großvater vor ihm, ein Schafzüchter. 600 Stück davon hat er.

Es ist nicht mehr weit, doch plötzlich steigt Sköldulf unvermittelt auf die Bremse, Wir schlittern noch ein paar Meter, dann steht der Zug. Sköldulf springt raus und beugt sich über etwas was da am Rand liegt. Er wühlt herum und zerrt. Ich sehe, es ist ein Schaffell, das mir bei meinem Spaziergang auch schon aufgefallen war. Was macht er mit dem Fell fragte ich seine Frau. Sie sagte, er sucht nach der Marke um zu sehen wer der Besitzer ist. Möglicherweise ist es eines seiner eigenen Schafe. Das kann er zu Hause mit der Nummer feststellen. Schon hat er was Gelbes aus dem verwesenden Fell gerissen. Beim hergehen betrachtet er die Marke und lässt sie in seiner Hosentasche verschwinden. Der Geruch aber, den er mitbringt, verschwindet nicht in der Tasche.

Ohne Rücksicht auf Verluste fuhren wir durch die drei Furten die ich zu Fuß überquert hatte . Den Hänger oft mehr schleifend als rollend hintendran, kamen wir endlich nach einer Stunde bei der XCo an. Sköldulf rangierte den Hänger rückwärts bis an die Xco ran und gemeinsam wuchteten wir sie auf den Schafsanhänger. Ein paar Gurte hielten meine Kleine sicher an Ort und Stelle.

Auf der Rückfahrt boten mir die Zwei an, bei ihnen zu Hause könne ich das Moped richten und das Öl wechseln. Er habe Motoröl und würde mir auch gerne helfen. Das Angebot freute mich freilich sehr und ich nahm dankend an.
Gesagt, getan und abends um halbelf war ich mit meinem wiedererstarkten Moped im Hotel angekommen.
20180721_211341.jpg
Bei der Hinfahrt zur Bergung rief der Pannendienst dann doch noch an. Das war etwa 7 Stunden nach der ersten Meldung meiner Panne. Er teilte mir mit, am Montag würde mich wieder jemand zurückrufen, der mit mir einen Termin zur Besichtigung der Bergungslage des Mopeds vereinbaren würde. Ich bedankte mich. Meine entblößten Reißzähne sind durchs Telefon ja nicht zu sehen.
Am Montag dann rief tatsächlich jemand an und bot für den Lauf des Tages das Treffen an. Nicht für die Bergung wohlgemerkt. Bei dem Anruf war ich bereits am Myvatn und sagte das dann auch in angemessener Form.

Zur Ehrenrettung des ADAC sei noch eine Teilerstattung meiner angefallenen Kosten erwähnt. Das aber nur aufgrund einer wenig erbaulichen Schilderung des Falls in einem Brief an den ADAC. Ohne das Schreiben wäre ich auch hier leer ausgegangen. Neben den sonstigen Ausgaben zahlte ich an Sköldulf mit Trinkgeld 450 €.

Leider konnte ich die Reise dennoch nicht ganz zu Ende fahren, aber das ist eine andere Geschichte.

Schöne Grüße

xix

P.S. Vielleicht hat noch jemand eine Geschichte zu erzählen, dann ran an die Tastatur!

deibo1
Beiträge: 72
Registriert: 22.08.2013, 15:24
Motorrad: G 650 X-Country

Re: Abgesoffen

Beitrag von deibo1 » 16.11.2020, 17:12

. . . zum Glück nochmal gut ausgegangen. Sehr spannende Geschichten. Bitte mehr davon! :mrgreen:

Benutzeravatar
Fuzzy
Beiträge: 508
Registriert: 02.12.2009, 17:26
Motorrad: u.A. XCountry
Wohnort: Stuttgart

Re: Abgesoffen

Beitrag von Fuzzy » 16.11.2020, 17:52

xix hat geschrieben:
16.11.2020, 15:44

P.S. Vielleicht hat noch jemand eine Geschichte zu erzählen, dann ran an die Tastatur!
Jaaa! Gute Idee.

Benutzeravatar
Doppio
Beiträge: 4520
Registriert: 29.01.2011, 20:34
Motorrad: Xco'07
Wohnort: ffm-xcountry.de

Re: Abgesoffen

Beitrag von Doppio » 16.11.2020, 21:42

Fuzzy hat geschrieben:
xix hat geschrieben:
16.11.2020, 15:44

P.S. Vielleicht hat noch jemand eine Geschichte zu erzählen, dann ran an die Tastatur!
Jaaa! Gute Idee.
Finde ich auch!
Dieser "Michel d'Allemand" hat sicherlich noch mehr auf Lager... ;-)
Kreiselkräfte! Ich sehe Kreiselkräfte!...
G650X-FAQ - Suchfunktion - G650X-Schwachstellen

Florian x
Beiträge: 46
Registriert: 22.02.2020, 20:14
Motorrad: G650x challenge
Wohnort: 75447

Re: Abgesoffen

Beitrag von Florian x » 16.11.2020, 23:11

Hallo und danke an alle Geschichtenschreiber,
ist eine schöne Idee fűr diese Jahreszeit!

Das hält man ja beim Lesen fast nicht aus mit ".... bis zum Lenker (das Wasser).... " und so.
Aber besser wie "bis zum Hals" :D
Ist wohl wie beim Krimi: Du schauderst, verspűrst Mitleid und
willst es trotzdem (Sofa-Mitleid-light).

Meine Traumtour in unbestimmter Zukunft wäre: Russland bis ca. Baikalsee
Das ist vermutlich stellenweise auch mitleiderregend.... mal sehen.

Wűnsche allen noch ihre passenden Träume
Florian

Benutzeravatar
Fuzzy
Beiträge: 508
Registriert: 02.12.2009, 17:26
Motorrad: u.A. XCountry
Wohnort: Stuttgart

Re: Abgesoffen

Beitrag von Fuzzy » 17.11.2020, 18:36

Doppio hat geschrieben:
16.11.2020, 21:42
Fuzzy hat geschrieben:
xix hat geschrieben:
16.11.2020, 15:44

P.S. Vielleicht hat noch jemand eine Geschichte zu erzählen, dann ran an die Tastatur!
Jaaa! Gute Idee.
Finde ich auch!
Dieser "Michel d'Allemand" hat sicherlich noch mehr auf Lager... ;-)
Gute Idee. Ich sehe Michel l'Allemand noch diesen Abend und frag ihn mal :wink:

Fuzzy

Benutzeravatar
Fuzzy
Beiträge: 508
Registriert: 02.12.2009, 17:26
Motorrad: u.A. XCountry
Wohnort: Stuttgart

Re: Abgesoffen

Beitrag von Fuzzy » 17.11.2020, 19:35

Wie versprochen. Da es nicht ums Absaufen geht gibts die neue Geschichte hier:
viewtopic.php?f=1&t=8507

Antworten