Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

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Doppio
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Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von Doppio » 14.02.2020, 16:27

Quelle: BMVI
https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artik ... aeder.html
Ich kopiere es einfach mal hier hinein:

Bund und Länder haben in Bezug auf die Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern die nachstehend beschriebene gemeinsame Vorgehensweise abgestimmt:

Die Bereifung wird im Rahmen der EU-Typgenehmigung von Krafträdern (Fahrzeugen der Klasse L) gemäß Anhang XV der delegierten Verordnung (EU) Nr. 3/2014 der Kommission vom 24. Oktober 2013 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 168/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Anforderungen an die funktionale Sicherheit von Fahrzeugen für die Genehmigung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen Fahrzeugen bzw. Kapitel 1 Anhang III der vorangegangenen Richtlinie 97/24/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 1997 über bestimmte Bauteile und Merkmale von zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen geprüft. Dabei wird überprüft, ob der Bereich, in dem sich die Rad-/Reifenkombination dreht, groß genug ist, dass bei Verwendung der größten zulässigen Reifen- und Felgenbreiten die Bewegung der Rad-/Reifenkombination im Rahmen der Höchst- und Mindestangaben des Fahrzeug- bzw. Reifenherstellers nicht behindert wird.

Fall 1: Fahrzeuge mit einer EU-Typgenehmigung
Bedingung ist, dass die Reifen über eine entsprechende Bauteilgenehmigung verfügen (UN-Regelung Nr. 75 bzw. früher 97/24/EG Kapitel 1) und das Fahrzeug ansonsten keine Veränderungen aufweist, welche Einfluss auf die Rad/Reifen-Eigenschaften bzw. ihren notwendigen Freiraum haben.

Fall 1a: Gleiche Reifengröße, anderer Reifenhersteller
In der Übereinstimmungsbescheinigung (engl. Certificate of Conformity, COC) bzw. in der Zulassungsbescheinigung (ZB) Teil I ist ein Reifen von Hersteller A eingetragen. Verwendet wird ein typgenehmigter Reifen des Herstellers B der gleichen Reifenbauart mit gleicher Größenbezeichnung, alle übrigen Parameter z. B. Tragfähigkeitskennzahl, Geschwindigkeitskategorie sind gleich oder höherwertig.

Beurteilung:
Dies ist zulässig. Die Betriebserlaubnis des Kraftrads erlischt nicht.

Fall 1b: Abweichende Reifengröße innerhalb der freigegebenen Reifengrößen
Verwendet wird ein typgenehmigter Reifen der gleichen Reifenbauart, der nicht schmaler als der schmalste im COC bzw. in der ZB Teil I genannte zulässige Reifen ist und der nicht breiter als der breiteste im COC bzw. in der ZB Teil I genannte zulässige Reifen ist und dessen Abrollumfang gemäß Herstellerangabe (z. B. Reifenkatalog) nicht geringer als der Abrollumfang des im COC bzw. in der ZB Teil I genannten zulässigen Reifen mit dem geringsten Abrollumfang und nicht größer als der Abrollumfang des im COC bzw. in der ZB Teil I genannten zulässigen Reifen mit dem größten Abrollumfang ist und dessen übrige Reifenparameter z. B. Tragfähigkeitskennzahl, Geschwindigkeitskategorie gleich oder höherwertig sind.

Beurteilung:
Dies ist zulässig. Die Betriebserlaubnis des Kraftrads erlischt nicht.

Fall 1c: Abweichende Reifengröße außerhalb der freigegebenen Reifengrößen
Verwendet wird ein typgenehmigter Reifen der gleichen Reifenbauart, der schmaler als der schmalste im COC bzw. in der ZB Teil I genannte zulässige Reifen ist oder der breiter als der breiteste im COC bzw. in der ZB Teil I genannte zulässige Reifen ist oder dessen Abrollumfang geringer als der Abrollumfang des im COC bzw. in der ZB Teil I genannten zulässigen Reifens mit dem geringsten Abrollumfang oder größer als der Abrollumfang des im COC bzw. in der ZB genannten zulässigen Reifens mit dem größten Abrollumfang ist.

Beurteilung:
Dies ist nicht zulässig. Gemäß § 19 Abs. 2 Nr. 2 StVZO erlischt die Betriebserlaubnis des Kraftrads, sofern kein Nachweis über die Zulässigkeit der Änderung gemäß § 19 Abs. 3 Nr. 1 bis 4 StVZO vorliegt oder die in den vorgenannten Nachweisen eventuell aufgeführten Auflagen und Hinweise nicht beachtet wurden (siehe weiter zu beachtende Erläuterungen unter dem Punkt Schlussfolgerung).

Fall 2: Fahrzeuge ohne EU-Typgenehmigung oder veränderte Fahrzeuge
Bei Fahrzeugen, die nicht EU-typgenehmigt sind (z. B. Genehmigung nach § 20 o. § 21 StVZO) oder an denen relevante Veränderungen, die Einfluss auf die Rad-/Reifen- Eigenschaften bzw. ihren notwendigen Freiraum haben, vorgenommen wurden, wird ein Reifen verwendet, der nicht in der ZB Teil I genannt ist.

Beurteilung:
Dies ist nicht zulässig. Die Betriebserlaubnis des Kraftrads erlischt gemäß § 19 Abs. 2 Nr. 2 StVZO, sofern kein Nachweis über die Zulässigkeit der Änderung gemäß § 19 Abs. 3 Nr. 1 bis 4 StVZO vorliegt oder die in den vorgenannten Nachweisen eventuell genannten Auflagen und Hinweise nicht beachtet wurden (weiter zu beachtende Erläuterungen siehe Punkt Schlussfolgerung).

Schlussfolgerung:
Erlischt gemäß Fall 1c oder Fall 2 durch die Verwendung abweichender Rad-/Reifenkombinationen die Betriebserlaubnis eines Kraftrads, so ist ein entsprechender Nachweis nach § 19 Abs. 3 Nr. 1 bis 4 StVZO bzw. eine Begutachtung gemäß § 19 i. V. m. § 21 StVZO erforderlich. In diesem Zusammenhang muss die Einhaltung aller betroffenen Vorschriften (z. B. bezgl. des Reifenfreiraums, der Genauigkeit der Anzeige des Geschwindigkeitsmessers) bestätigt werden. Da solche Prüfungen (z. B. auf Freigängigkeit) im Rahmen der Genehmigung des Reifens nach der UN-Regelung Nr. 75 auf Grund der zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhandenen Fahrzeugzuordnung nicht vorgesehen sind, stellt die alleinige Genehmigung eines Reifens nach der UN-Regelung Nr. 75 in einem solchen Fall keinen ausreichenden Nachweis im Rahmen einer Änderung nach § 19 Abs. 3 StVZO dar. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, z. B. durch den Reifenhersteller, ist kein Nachweis im Sinne des § 19 Abs. 3 StVZO.

Die vorstehend beschriebene Vorgehensweise hinsichtlich der Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern ist anzuwenden bei Reifen, die nach dem 31.12.2019 hergestellt werden und ab dem 01.01.2025 bei allen Reifen.

Als Herstellungsdatum gilt die Angabe (DOT-Kennzeichnung der Kalenderwoche und des Jahres der Produktion) auf dem Reifen.
Zuletzt geändert von Doppio am 14.02.2020, 16:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von Hotzenplotz » 15.02.2020, 11:20

tjoooaaa...

Was ist denn beispielsweise mit meiner 30 Jahre alten XBR? Da stehen keine Reifen in der Zub. Muss ich dort jetzt einen eintragen lassen?
LG
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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von Doppio » 15.02.2020, 19:19

Da gilt dann wohl die Reifenfreigabe durch den Motorradhersteller. Für Dich: https://www.honda.de/motorcycles/servic ... tires.html

Schöne Grüße,
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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von ralf1147 » 15.02.2020, 22:59

Bitte unbedingt beachten dass diese TÜV-Abzockeproblematik schneller greift als man denkt!

Auch wenn man die Größe nicht ändert kann eine geänderte Bauart ganz schnell zum Problem werden.

Beispiel:
Bei meiner G 650 X Country stehen folgende Größen im Schein:
100/90-19 57S
130/80-17 65S
das sind beides Diagonalreifen da kein R vor der Zollgröße aufgeführt ist.

Zur Zeit fahre ich den Pirelli Scorpion Rally STR in den Größen:
100/90-19 57V TL
130/80R17 65V TL -> der hintere ist ein Radialreifen und damit von "falscher" Bauart.

Momentan ist das noch für alle Reifen bis DOT 12/19 durch die Reifenfreigabe legal. Für alle neueren Reifen wird man dann vom TÜV abgezockt.

Umgekehrt sind viele geländeorientierte Reifen wie z. B. ein Heidenau K 60 Scout Diagonalreifen die auf neueren Motorrädern die in der Regel Raidalreifen im Schein stehen haben dann auch nicht mehr zulässig sind obwohl die Größe gleich bleibt.

Mir ist völlig Schleierhaft wie eine solche unsinnige Regelung die keinerlei Vorteile (außer für den Umsatz der Prüforganisationen) bringt verabschiedet werden konnte. Sind das in den Ministerien alles nur Vollpfosten? Kann ein einfacher TÜV-Graukittel bei seiner Testrunde um die Prüfhalle mehr feststellen als die Reifenindustrie mit professionellen Testfahrern auf der Rennstrecke? Die Regelung mit den Reifenfreigaben hat doch bestens funktioniert, warum gibt es hier plötzlich Handlungsbedarf?

Ich kann euch nur alle bitten wenigstens die Online Petition unter https://www.openpetition.de/petition/on ... eintragung zu unterstützen.

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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von Doppio » 15.02.2020, 23:19


ralf1147 hat geschrieben:Ich kann euch nur alle bitten wenigstens die Online Petition unter https://www.openpetition.de/petition/on ... eintragung zu unterstützen.
Dem schließe ich mich uneingeschränkt an! Mein Votum habe ich bereits abgegeben, es müssen aber noch deutlich mehr das Gleiche tun!

Schöne Grüße,
Doppio
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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von mab » 16.02.2020, 10:57

Hi,

die E65X (XCo, XCh, XM) besitzen ja eine EU-Typengenhmigung e1*2002/24*0500**, daher gilt:


Fall 1: Fahrzeuge mit einer EU-Typgenehmigung

Bedingung ist, dass die Reifen über eine entsprechende Bauteilgenehmigung verfügen (UN-Regelung Nr. 75 bzw. früher 97/24/EG Kapitel 1) und das Fahrzeug ansonsten keine Veränderungen aufweist, welche Einfluss auf die Rad/Reifen-Eigenschaften bzw. ihren notwendigen Freiraum haben.


Wenn der Reifenhersteller diese Bauteilgenehmigung hat, ist alles O.K.. Auch Diagonal und Radial.

Sofern der Hersteller den Reifen freigegeben hat sollte daher alles i.O. sein.

Zudem ist das Ziel der neuen Verordnung:

"Dabei wird überprüft, ob der Bereich, in dem sich die Rad-/Reifenkombination dreht, groß genug ist, dass bei Verwendung der größten zulässigen Reifen- und Felgenbreiten die Bewegung der Rad-/Reifenkombination im Rahmen der Höchst- und Mindestangaben des Fahrzeug- bzw. Reifenherstellers nicht behindert wird."

zudem gilt:
bereifung freigabe DE -index-1.pdf
(78.67 KiB) 17-mal heruntergeladen
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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von AndiGX » 16.02.2020, 12:25

.........und das Fahrzeug sonst keine Veränderung aufweist....
Andere Federn vorne, anderen Dämpfer hinten und schon ist es vorbei!

Hat vielleicht jetzt nicht unbedingt mit der neuen Regelung zu tun. Die Reifenherstellerfreigaben beruhen bis dato ebenfalls auf "unveränderte Serienfahrzeuge".

Also sind wir mehr oder weniger immer dazu gangehalten die Kombination Reifen / Fahrwerk einzutragen wenn wir auf der sichern Seite stehen wollen. Aber wie viele machen es tatsächlich.

Andreas

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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von Hotzenplotz » 16.02.2020, 15:30

"... und das Fahrzeug ansonsten keine Veränderungen aufweist, welche Einfluss auf die Rad/Reifen-Eigenschaften bzw. ihren notwendigen Freiraum haben."

heisst es genau.

Nehmen wir folgendes an:
1. Ich habe auf meinem Motorrad einen Reifen montiert, der in der COC steht.
2. Ich habe Federn und Dämpfer beispielsweise von Wilbers verbaut, in denen steht, dass eine Eintragung nicht nötig ist.
Also alles ok
Nun wechsele ich das Reifenfabrikat. Bauart und Größe bleiben. Nach deiner Annahme müsste ich nun alles eintragen lassen.
Diese Pflicht wäre begründet darin, dass das Fahrwerk Einfluss auf die Reifen nimmt. Wenn dem so wäre, würde das Fahrwerk auch Einfluss auf die in Bauart und Größe identischen, in der COC eingetragenen Reifen nehmen. Das ist aber in der ABE für das Fahrwerk ausgeschlossen.
Tjoooaaa...
LG
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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von mab » 16.02.2020, 17:05

Hi,

es geht ja in der Verordnung um den FREIRAUM.

Und der muß auch bei einem Fahrwerkswechsel mit ABE eingehalten werden, sonst gäbe es keine ABE und das Fahrwerk müßte eingetragen werden.
Dann erst würde es ein Problem geben. Dann würde dies aber auch in dem Gutachten zum Fahrwerk stehen müssen z.B. Einschränkung bei der Reifenwahl oder Zuladung.

Es ist sicher nicht so gemeint, dass wenn z.B. ein anderer Lenker oder Fußrasten verbaut sind, die Reifen eingetragen werden müssen.

Zitat:
Fall 1: Fahrzeuge mit einer EU-Typgenehmigung

Bedingung ist, dass die Reifen über eine entsprechende Bauteilgenehmigung verfügen (UN-Regelung Nr. 75 bzw. früher 97/24/EG Kapitel 1) und das Fahrzeug ansonsten keine Veränderungen aufweist, welche Einfluss auf die Rad/Reifen-Eigenschaften bzw. ihren notwendigen Freiraum haben.
Zitat Ende

Ich sehe es so, dass alles was mit ABE eingebaut wird, als "unverändert" gewertet werden muß.

Bei einem Fahrwerk mit Tieferlegung, auch bei dem originalen von BMW, kann es Einschränkungen z.B. bezüglich der Zuladung geben, was mit der Bodenfreiheit und dem Reifenfreiraum zu tun hat. Dies muß in der Zulassung eingtragen werden.
Dies wäre dann FALL 2.

Ich habe die nötigen Papiere immer auf dem Smartfon dabei und kann diese im Falle eines Falles vorlegen bzw. der Tüv o.ä. können anhand der Daten die Papiere selbst abrufen. Machen diese z.B. mit der Reifenfreigabe des Reifenherstellers.

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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von ralf1147 » 16.02.2020, 20:02

mab hat geschrieben:
16.02.2020, 10:57
Hi,

die E65X (XCo, XCh, XM) besitzen ja eine EU-Typengenhmigung e1*2002/24*0500**, daher gilt:


Fall 1: Fahrzeuge mit einer EU-Typgenehmigung

Bedingung ist, dass die Reifen über eine entsprechende Bauteilgenehmigung verfügen (UN-Regelung Nr. 75 bzw. früher 97/24/EG Kapitel 1) und das Fahrzeug ansonsten keine Veränderungen aufweist, welche Einfluss auf die Rad/Reifen-Eigenschaften bzw. ihren notwendigen Freiraum haben.


Wenn der Reifenhersteller diese Bauteilgenehmigung hat, ist alles O.K.. Auch Diagonal und Radial.
Das sehe ich aber anders, hier der Wortlaut vom BMVI bezüglich Fall 1a (gleiche ReifengrößeI

Verwendet wird ein typgenehmigter Reifen des Herstellers B der gleichen Reifenbauart mit gleicher Größenbezeichnung, alle übrigen Parameter z. B. Tragfähigkeitskennzahl, Geschwindigkeitskategorie sind gleich oder höherwertig.

Beurteilung:
Dies ist zulässig. Die Betriebserlaubnis des Kraftrads erlischt nicht.


Der Rally STR für hinten ist ein Radialreifen und daher eindeutig nicht die gleiche Bauart wie die Diagonalgrößen in Zulassung und COC. Bisher konnte das einfach mit einer Reifenfreigabe kosten- und problemlos ausgebügelt werden. In Zukunft wird wohl eine Einzelabnahme fällig. :x
Zuletzt geändert von ralf1147 am 16.02.2020, 21:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von Doppio » 16.02.2020, 20:43

Genau. Das ist das neue Geschäftsmodell des TÜV! Dem kann evtl. die Petition entgegenwirken! Wer nicht teilnimmt, ändert daran auch nichts!
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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von mab » 17.02.2020, 00:23

Hi,

der FALL 1a setzt jedoch auch voraus, dass ein Hersteller in den COC-Papieren und/oder ZB Teil1 eingetragen ist.

Dies ist bei der G65X nicht der Fall.

Insofern würde der FALL 1a nicht zutreffen sondern FALL 1.

Die gleiche Bauart wird nur in FALL 1a, 1b, 1c gefordert oder sehe ich das falsch?

MlG
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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von Hotzenplotz » 17.02.2020, 07:08

Moin!

Ich verstehe Punkt 1 als Vorraussetzung für abc
LG
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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von ralf1147 » 23.02.2020, 23:35

Bei mopedreifen.de gibt es ein tolles Video zu diesem Therma:

https://video.mopedreifen.de/T%C3%9CV_% ... /1080p.mp4

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Re: Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern

Beitrag von Daneu4 » 24.02.2020, 20:59

Guten Tag,

ich hoffe in Österreich wird so ein Schmähfu nicht eingeführt. Es sollte für den Endkunden einfach gestaltet werden. Ein technisch nicht versierter Normalbürger kann mit dem nichts anfangen und soll es einhalten.
Ein Unterschied zu radialer und diagonaler Bauweise sollte generell nicht sein - braucht keiner da meiner Meinung nach unwichtig.
Ein bereits genehmigter montierter Reifen sollte nicht in der Zukunft verboten werden können nur weil ein anderes Datum aufgeprägt wurde. Ist etwa so als wenn eine Fahrgenehmigung welche besteht im Jahr x ungültig ist.
(Wiederspiegelt nur meine Rechtsauffassung)
LG
David

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